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Seniorengenossenschaft 55+ ... ein kleiner Generationenvertrag

Unsere Seniorengenossenschaft im südlichen Landkreis Miesbach will Menschen im Alltag im niederschwelligen Bereich unterstützen, damit es den Mitgliedern ermöglicht wird, so lange wie möglich in ihrem Wohnumfeld zu bleiben. Darüber hinaus eröffnet sie freiwilligen Mitarbeitern die Möglichkeit, noch zusätzlich EIGENE VORSORGE für das Alter zu leisten, ohne finanzielle Mittel einzusetzen und ist deshalb auf die aktive Generation "JUNGSENIOREN" zugeschnitten.

Das Prinzip ist:

Wer mitarbeitet, kann frei entscheiden, ob er sich das Entgelt auszahlen lässt -beispielsweise bei niedriger Rente- oder dieses bei der Genossenschaft anspart. Es gilt der Grundsatz, wer heute 100 Stunden arbeitet und anspart, kann später die Leistungen hierfür inflationssicher wieder abrufen. Selbstverständlich verbleibt das angesparte Geld im Eigentum und der vollen Verfügungsgewalt der jeweiligen Person. Das Geld kann jederzeit - beispielsweise bei Umzug - in bar abgerufen werden, dann verfallen natürlich die Stundenguthaben. Auf diese Weise ist es möglich, mit einem sehr günstigen Stundensatz zu arbeiten, der aber trotzdem für die jüngeren Mitarbeiter noch attraktiv ist. Darüber hinaus wird älteren Menschen mit niedrigem Einkommen die Möglichkeit geboten, Leistungen einzukaufen.

Wir bieten keine Leistungen an, die von professionellen Diensten erbracht werden.

In Unterscheidung zu den professionellen Pflegediensten am Ort und den rein ehrenamtlich tätigen Nachbarschaftshilfen wollen wir in eine Nische der „Freiwilligenarbeit zu fremdem und eigenem Nutzen" stoßen und gemeinsam eine „örtliche Alternative" zu osteuropäischen Haushaltshilfen bzw. Pflegekräften aufbauen.

Unsere Zielgruppe sind bevorzugt ältere Menschen, die Unterstützung im Alltag brauchen, aber noch keine Pflegestufe haben.

Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass es auch bei uns und besonders im südlichen Landkreis Miesbach künftig immer mehr ältere Mitbürger geben wird. Ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem Umfeld leben und nicht alle sind vermögend. Oft sind sie mangels Familie auf Unterstützung im Alltag angewiesen, möchten aber keinesfalls als Almosenempfänger gelten. „Ich möchte ja gar nichts geschenkt, so arm bin ich nun auch wieder nicht", hört man immer wieder. Gerade ältere Menschen sind an diesem Punkt sehr empfindlich. Deshalb bieten wir keine HILFE an, sondern geben Gelegenheit LEISTUNGEN günstig zu einem Stundensatz von Euro 8,90 einzukaufen.

Mit einer gestiegenen Lebenserwartung ist das Anwachsen der Zahl der Älteren verbunden. Die doppelte Alterung meint: Wir Älteren werden immer mehr und wir werden immer älter. Es wird also künftig vermehrt ältere Menschen geben, die allein leben und keine oder berufstätige Angehörige haben. Hier wollen wir tätig werden. Wir bezeichnen unser Projekt deshalb auch als „kleinen Generationenvertrag". Jungsenioren helfen jetzt den Älteren bei der Bewältigung des Alltags und später sich selbst. Wir sehen uns als nützlichen Baustein im demographischen Wandel.

Auch wenn in unserer Seniorengenossenschaft in der Hauptsache ältere Menschen aktiv sind, öffnen wir uns auch der jungen Generation. Wir werden unsere Leistungen auch in Schulen, Hort, Kindertagesstätten und Jugendzentren anbieten und damit den Austausch zwischen den Generationen fördern.

Um Doppelstrukturen zu vermeiden, stimmen wir uns mit den professionellen Diensten vor Ort, Schulen und Kindergärten ab und werden ausschließlich Versorgungslücken bedienen.

Wir sind bürgerschaftlich organisiert und sehen uns mit unserem Angebot von „Hilfen im Alltag für jung und alt" als gute Ergänzung zu bestehenden Diensten.

Unsere kleine Gruppe von bisher 20 engagierten Jungsenioren/innen aus Wirtschaft und Verwaltung hat deshalb 2011, dem „Jahr des Ehrenamtes" die Seniorengenossenschaft 55+ e.V. gegründet.

Unseren nachfolgenden Angebotskatalog, der noch ausbaufähig ist, haben wir unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und in Anlehnung an andere Seniorengenossenschaften erarbeitet:

für Senioren ab 65 Jahren oder entsprechender Schwerbehinderung:

  • kleine technische Hilfen und Reparaturen im Haushalt

  • Hilfe bei Gartenarbeit

  • Begleitung bei Einkäufen jeder Art (speziell für Freiwillige mit KFZ!)

  • hauswirtschaftliche Versorgung

  • Begleitung zu Ärzten und Behörden

  • Hilfe bei Formularen und sonstigen schriftlichen Angelegenheiten

  • Begleitung zu kulturellen Aktivitäten (z.B. Theaterbesuch nach Wahl)

  • Begleitung beim Verlassen der Wohnung (spazieren gehen, Eisdielenbesuch, Cafebesuch) zur Vermeidung von Einsamkeit und Möglichkeit der Teilhabe am sozialen Leben

  • Beratung und Kontakttelefon

Jugendarbeit:

  • Förderung der vorschulischen Sprachentwicklung in Kindergärten durch vorlesen, pädagogische Spiele, besonders für Kinder mit Migrationshintergrund

  • Babysitterdienste

  • Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund

  • Gewinnung von Müttern mit Migrationshintergrund für unsere Jugendarbeit

  • Förderung der Lesekompetenz in Grundschulklassen durch „Lesen mit den Kindern"

  • Hilfe bei der Vorbereitung von Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen

  • Förderung und Aufbau sogen. „Schülerpaten".

Sie wollen sich einbringen oder möchten Leistungen einkaufen?

Kontakt: Tel. 08026/ 5 82 97 oder voigtmann.sonja@hotmail.de