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"Der Bua is ein Wahnsinn". Gemeint ist mit diesem Ausruf aus dem Publikum Amadeus Wiesensee. Dieser geht geradewegs auf den schwarzen Flügel zu, setzt sich und schlägt vorsichtig die Tasten an. Dann taucht er tief ein in seinen Kosmos. Aus dem spült er alle erdenklichen menschlichen Gefühle in die "Warngauer Version eines Salons", wie Moderator Martin Maria Krüger den kleinen Saal des Altwirtsanwesens in Warngau nennt. Hier setzt sich an diesem Abend die Reihe "Kultur in Warngau" mit Klassik in den Advent fort. Protagonisten: Amadeus Wiesensee (17), Yuki Manuela Janke (25) und Friederike Luise Arnholdt (16). Nur eine Deckenlampe hängt direkt über Wiesensee, den übrigen Raum beleuchten Teelichter auf den Fensterbänken. Jeder Ton, der aus dem Flügel kommt, atmet Empfindsamkeit. an die fundierte Technik, die das erst möglich macht, denkt wohl niemand mehr im Publikum. Mit Werken von Bach, Beethoven, Brahms und Chopin holt der Waakirchner eine ungeheurliche Klangfülle aus dem Instrument, rast bei Chopin in geschmeidig perlenden Wellen und Wogen die Tonleiter auf und ab. Bei seiner Zugabe fliegt der 17-jährige wie mit einem spektakulären Parforceritt über über die Tasten. Ein Gefühlsausbruch, als ob alle Anspannung des Konzertabends sich ihre Bahnen bricht. Es folgt ein zärtlich verspieltes "Stille Nacht, heilige Nacht". Bei Dvoráks "Dumky-Trio" verstärken Friederike Luise Arnholdt (Violoncello) und Yuki Manuaela Janke (mit Stradivari) den Pianisten. Moderator Krüger nennt das ein "Gipfeltreffen" dreier hochtalentierter Nachwuchsmusiker. Persönlichkeiten mit reifer musikalischer Ausstrahlung sind sie. Das ist hörbar, als sie "eines der bedeutensten Kammerwerke zur Darstellung der slawischen Seele", wie Krüger sagt, spielen und dabei tiefgründige Bedeutung in Dvaráks Notentext legen. Im "Warngauer Salon" sind die Zuhörer nah dran, als die Geige singt - sehr hoch, als ob sie klagt. Und bei volksliedhaften Passagen, in denen alle ungestüm lostanzen. Fast fetzig. Genau das Richtige für die energiegeladenen Drei, die sich am Ende mit einem verschmitzten Lächeln und strahlenden Augen verbeugen - unter Bravo-Rufen. Sie haben das Konzert zu einem nachhaltigen Erlebnis gemacht. Quelle: Johanna Wieshammer, Miesbacher Merkur
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